In Sachsen leben 85.300 Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen. Das entspricht einem Anteil von 2% an der Gesamtbevölkerung Sachsens. Fast jede fünfte in Sachsen lebende Person besitzt einen Migrationshintergrund. Die größte in Sachsen lebende ausländische Volksgruppe sind mit einem Anteil von 11,5% Vietnamesinnen und Vietnamesen. 8,6 % der hier lebenden Migrantinnen und Migranten stammen aus der Russischen Förderation und 7,1% aus der Ukraine. Aus Polen kamen 6,6% und 4,9% aus der Türkei.
Im Jahre 2005 lag die Arbeitslosenquote unter der ausländischen Bevölkerung Sachsen bei fast 41%. Sie ist mehr als doppelt so hoch wie bei der einheimischen Bevölkerung (18,3% im Jahresdurchschnitt 2005).
Die hohe Arbeitslosigkeit unter der ausländischen Bevölkerung hat unterschiedliche Ursachen: nicht ausreichende Bildungsabschlüsse, unzureichende Sprachkenntnisse, fehlende Anerkennung des im Ausland erworbenen beruflichen Abschlusses und nicht zuletzt die Erfahrung von Diskriminierung bei der Besetzung von Stellen.
Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des bereits bestehenden Fachkräftemangels gilt es, die vielfältigen Potentiale von Menschen mit Migrationshintergrund zu erkennen und im Sinne einer interkulturellen Personalentwicklung zu nutzen.
Pro Qualifizierung hat sich zum Ziel gesetzt, Migrantinnen und Migranten über 25 Jahre einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen und bereits bestehende Beschäftigungen durch Weiterbildung und passgenaue Qualifizierungsangebote zu sichern.
Dazu bedarf es der Sensibilisierung für das Thema auf Seiten der Arbeitgeber in Handwerk, Industrie und öffentlichen Verwaltungen. Sie sollen über bestehende beschäftigungsrelevante Potentiale von Migrantinnen und Migranten und die Chancen einer interkulturellen Personalentwicklung informiert werden.
Das Projekt bietet Seminare und Trainings zum Themenkomplex der interkulturellen Öffnung an und wendet sich damit an Verwaltungen und öffentliche Betriebe, Handwerk, Industriebetriebe, Beratungs- und Migrantenselbstorganisationen, Kammern und Gewerkschaften.
Mit Unterstützung des strategischen Partners DGB Sachsen werden regionale Netzwerke initiiert, in denen Akteure und Verantwortliche aus den Bereichen Beratung, Arbeitsvermittlung, Qualifizierung und Interessenvertretung zusammenkommen um die Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten und die Möglichkeiten der interkulturellen Öffnung zu thematisieren.
Erfahrungen die in anderen Teilprojekten gesammelt wurden, sowie bestehende Konzepte und Arbeitsmethoden werden vorgestellt und auf ihre Übertragbarkeit in den sächsischen Raum hin überprüft. Nach einer Bedarfserhebung für die jeweilige Region, sollen konkrete Handlungsempfehlungen formuliert und passgenaue Angebote für die Weiterbildung und Qualifizierung der Zielgruppe entwickelt werden.
Mehr Informationen und Qualifizierungsangebote unter
www.proqua.de
Dieses Projekt wird gefördert von